Google verändert seine Suche regelmäßig. Manche Änderungen fallen kaum auf, andere können dafür sorgen, dass eine Website plötzlich mehr oder weniger Besucher über die Suche erhält.
Seit dem 24. September 2026 läuft ein neues Spam Update. Google hat offiziell bestätigt, dass die Änderung weltweit und für alle Sprachen ausgerollt wird. Der Vorgang kann bis zu zwei Wochen dauern.
Für Betreiber einer Praxis-Website stellt sich damit eine einfache Frage: Muss ich jetzt etwas ändern?
Die kurze Antwort lautet: Nicht wegen des Updates allein. Es lohnt sich aber, die eigene Website einmal kritisch anzusehen.
Was hat Google überhaupt geändert?
Google veröffentlicht bei einem Spam Update nicht den Bauplan seiner Suchmaschine. Auch beim aktuellen Update nennt das Unternehmen keine bestimmte Art von Website oder einzelne Maßnahme, gegen die sich das Update richtet.
Bekannt ist lediglich, dass Google seine Systeme zur Erkennung von Spam aktualisiert hat. Was Google unter Spam versteht, beschreibt das Unternehmen allerdings ziemlich ausführlich in seinen offiziellen Richtlinien.
Dabei geht es nicht nur um offensichtliche Tricks. Google nennt zum Beispiel Seiten, die in großer Zahl erstellt werden, um möglichst viele Suchbegriffe abzudecken, ohne Besuchern einen entsprechenden Mehrwert zu bieten.
Viele Seiten sind nicht automatisch gute Seiten
Ein typisches Beispiel lässt sich leicht auf eine Praxis-Website übertragen.
Eine Heilpraktikerpraxis könnte für jede Leistung, jede Beschwerde und jeden Ort im Umkreis eigene Seiten erstellen. So entstehen schnell Dutzende oder sogar Hunderte Seiten.
Das ist nicht grundsätzlich problematisch. Wenn diese Seiten tatsächlich unterschiedliche und hilfreiche Informationen enthalten, können sie für Besucher sinnvoll sein.
Problematisch wird es, wenn sich lediglich Ortsnamen und einzelne Begriffe ändern und ansonsten fast überall derselbe Text steht.
Google bezeichnet die massenhafte Erstellung von Seiten mit wenig oder keinem zusätzlichen Nutzen ausdrücklich als mögliche Spam-Methode, wenn damit Suchrankings manipuliert werden sollen.
KI-Texte sind nicht automatisch Spam
Seit Texte mit künstlicher Intelligenz sehr schnell erstellt werden können, liegt eine Vermutung nahe: Google möchte keine KI-Texte.
So einfach ist es nicht.
Google stellt in seinen Spamrichtlinien nicht darauf ab, ob ein Text von einem Menschen oder mit Unterstützung einer Software erstellt wurde. Entscheidend ist der Zweck und der Nutzen des Inhalts.
Wer mit KI innerhalb kurzer Zeit Hunderte Seiten erzeugt, die lediglich vorhandene Informationen neu formulieren und keinen eigenen Nutzen bieten, bewegt sich in eine problematische Richtung.
Wer ein Werkzeug nutzt, um einen eigenen fachlichen Inhalt besser zu strukturieren oder verständlicher zu formulieren, befindet sich in einer ganz anderen Situation.
Entscheidend bleibt die Frage: Hilft die Seite einem Menschen, der genau nach dieser Information gesucht hat?
Gerade bei Gesundheitsthemen ist Vertrauen wichtig
Für Heilpraktiker und andere Gesundheitsberufe kommt ein weiterer Punkt hinzu.
Google zählt Gesundheit zu den Themen, bei denen falsche oder irreführende Informationen erhebliche Auswirkungen auf Menschen haben können. Google verwendet dafür den Begriff „Your Money or Your Life“, kurz YMYL.
Bei solchen Themen legt Google nach eigenen Angaben besonderen Wert auf Signale für Erfahrung, Fachwissen und Vertrauenswürdigkeit.
Für eine Praxis-Website bedeutet das vor allem: Machen Sie deutlich, wer hinter den Informationen steht.
Besucher sollten erkennen können, wer Sie sind, welche Qualifikation Sie besitzen, welche Leistungen Sie tatsächlich anbieten und wie Ihre Aussagen einzuordnen sind.
Bei fachlichen Artikeln können außerdem nachvollziehbare Quellen sinnvoll sein.
Eigene Erfahrung lässt sich nicht so leicht kopieren
Ein guter Praxistext muss deshalb nicht besonders lang sein.
Oft ist das Gegenteil hilfreicher.
Beschreiben Sie beispielsweise, wie ein Erstgespräch bei Ihnen abläuft. Erklären Sie, welche Fragen häufig gestellt werden. Beschreiben Sie Ihre Arbeitsweise und nennen Sie auch Grenzen.
Das sind Informationen, die nicht einfach aus zehn anderen Internetseiten zusammengesetzt werden können.
Google empfiehlt Websitebetreibern ausdrücklich, sich zu fragen, ob ihre Inhalte eigene Informationen, Erfahrungen oder Analysen enthalten und einen erkennbaren Mehrwert gegenüber anderen Suchergebnissen bieten.
Schreiben Sie für Patienten, nicht für Suchbegriffe
Früher bestand Suchmaschinenoptimierung häufig darin, bestimmte Suchbegriffe möglichst geschickt auf einer Seite unterzubringen.
Heute ist ein anderer Ansatz sinnvoller.
Überlegen Sie zunächst, welche Frage ein Patient tatsächlich haben könnte.
Statt einen Text um die Formulierung „Heilpraktiker Rückenschmerzen Musterstadt“ herumzubauen, könnten Sie beispielsweise erklären, wie Sie bei Patienten mit Rückenschmerzen vorgehen, welche Informationen Sie beim ersten Termin benötigen und in welchen Fällen zunächst eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
Der Ort Ihrer Praxis gehört selbstverständlich auf Ihre Website. Er muss aber nicht in jedem zweiten Absatz stehen.
Und was ist mit Google AI Overviews und dem KI-Modus?
Die klassische Trefferliste ist inzwischen nicht mehr die einzige Möglichkeit, über Google gefunden zu werden. Google beantwortet Fragen zunehmend auch mit generativer KI.
Interessant ist, was Google Websitebetreibern dazu selbst empfiehlt: keine besondere Geheimtechnik.
Nach Angaben von Google gelten für AI Overviews und den KI-Modus weiterhin die grundlegenden Regeln der Suchmaschinenoptimierung. Eine Seite muss indexierbar sein, die Google-Richtlinien einhalten und hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte bieten.
Google weist außerdem darauf hin, dass für diese KI-Funktionen keine besonderen KI-Dateien oder speziellen strukturierten Daten notwendig sind.
Das macht die Sache für eine kleine Praxis eher einfacher als komplizierter: Eine verständliche und fachlich saubere Website bleibt die Grundlage.
Die kleine Ironie dabei
Google fordert Websitebetreiber auf, originelle und hilfreiche Inhalte für Menschen zu erstellen. Gleichzeitig nutzt Google Inhalte aus seinem Suchindex, um seine eigenen KI-Funktionen mit Informationen und weiterführenden Quellen zu versorgen.
Die Spamrichtlinien beziehen sich inzwischen sogar ausdrücklich auf Versuche, Antworten generativer KI in der Google Suche zu manipulieren.
Das wirkt zunächst etwas widersprüchlich. Für Betreiber einer Praxis-Website ändert es aber wenig an der sinnvollsten Strategie.
Veröffentlichen Sie Inhalte, für die Sie tatsächlich etwas zu sagen haben.
Was sollten Sie jetzt auf Ihrer Praxis-Website prüfen?
Sie müssen wegen eines Google Updates nicht hektisch Ihre komplette Website umbauen.
Ein kurzer Blick auf die vorhandenen Inhalte ist trotzdem sinnvoll.
- Gibt es Seiten, die sich fast vollständig wiederholen?
- Existieren Texte hauptsächlich deshalb, um bestimmte Suchbegriffe abzudecken?
- Ist klar erkennbar, wer hinter der Praxis und den fachlichen Informationen steht?
- Beschreiben Ihre Texte tatsächlich Ihre eigene Praxis und Arbeitsweise?
- Sind fachliche Aussagen nachvollziehbar und bei Bedarf mit Quellen belegt?
- Finden Patienten schnell die Informationen, die sie suchen?
- Funktioniert die Website auch auf dem Smartphone gut?
Wenn Sie diese Fragen überwiegend mit Ja beantworten können, ist das meist wichtiger als die Suche nach einem vermeintlichen Trick für das nächste Google Update.
Weniger SEO-Tricks, mehr brauchbare Informationen
Niemand außerhalb von Google kennt den vollständigen Algorithmus der Suchmaschine. Auch aus dem aktuellen Spam Update lässt sich keine einfache Formel ableiten.
Die offiziellen Hinweise von Google ergeben aber ein ziemlich klares Bild: Inhalte sollten für Menschen geschrieben werden, einen eigenen Nutzen haben und nachvollziehbar sein.
Für eine Heilpraktikerpraxis ist das eigentlich eine gute Nachricht.
Sie müssen nicht versuchen, mehr über Rückenschmerzen, Ernährung oder Stress zu veröffentlichen als große Gesundheitsportale. Interessanter kann das sein, was nur Sie beantworten können: Wie arbeiten Sie? Was erwartet einen Patienten bei Ihnen? Wo liegen Ihre Schwerpunkte? Welche Erfahrungen bringen Sie mit?
Genau daraus kann eine kleine Praxis-Website ihren eigenen Wert entwickeln.
Wie gut ist Ihre Praxis-Website aufgestellt?
Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Website technisch, inhaltlich und für Suchmaschinen sinnvoll aufgebaut ist, können Sie sie überprüfen lassen.
Beim Homepage-Check schauen wir uns Ihre Praxis-Website aus Sicht Ihrer Besucher und der Suchmaschinen an. Dabei geht es nicht darum, Ihnen möglichst viele Änderungen zu verkaufen. Sie erhalten zunächst eine Einschätzung, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht.
Häufige Fragen zum Google Spam Update
Was ist das Google Spam Update vom September 2026?
Google hat am 24. September 2026 ein neues Spam Update gestartet. Nach Angaben des Unternehmens gilt es weltweit und für alle Sprachen. Der Rollout kann bis zu zwei Wochen dauern. Google hat nicht bekannt gegeben, welche einzelne Spam-Methode bei diesem Update besonders im Mittelpunkt steht.
Sind mit KI erstellte Texte automatisch schlecht für Google?
Nein. Google unterscheidet bei seinen Regeln zum massenhaft erzeugten Inhalt nicht grundsätzlich danach, ob Menschen oder automatisierte Systeme beteiligt waren. Problematisch wird es, wenn viele Inhalte hauptsächlich zur Manipulation der Suchergebnisse erstellt werden und Besuchern wenig oder keinen eigenen Mehrwert bieten.
Sollte ich wegen des Spam Updates meine Praxis-Website ändern?
Nicht allein wegen des Updates. Prüfen Sie zunächst, ob Ihre Seiten eigene und hilfreiche Informationen enthalten, ob Inhalte unnötig wiederholt werden und ob Fachkompetenz und Verantwortlichkeit klar erkennbar sind. Änderungen sollten ein konkretes Problem lösen und nicht nur eine Reaktion auf ein Google Update sein.
Warum sind Gesundheitsthemen für Google besonders sensibel?
Google zählt Gesundheit zu den sogenannten YMYL-Themen. Das sind Themen, bei denen falsche Informationen erhebliche Auswirkungen auf Menschen haben können. Google erklärt deshalb, dass bei solchen Inhalten Signale für Erfahrung, Fachkompetenz und Vertrauenswürdigkeit besonders wichtig sind.
Muss ich meine Website speziell für Google AI Overviews optimieren?
Google sagt ausdrücklich, dass keine besondere Optimierung für AI Overviews oder den KI-Modus notwendig ist. Die üblichen Grundlagen gelten weiter: Die Website muss technisch zugänglich sein, die Google-Richtlinien einhalten und hilfreiche, zuverlässige Inhalte bieten.
Sind viele Unterseiten auf einer Praxis-Website schlecht?
Nein. Viele Seiten sind nicht automatisch problematisch. Entscheidend ist, ob jede Seite einen eigenen Zweck und einen erkennbaren Nutzen hat. Dutzende nahezu identische Seiten, bei denen hauptsächlich Ortsnamen oder Suchbegriffe ausgetauscht werden, sollten dagegen kritisch geprüft werden.
Quellen
Google Search Status Dashboard:
September 2026 spam update
https://status.search.google.com/incidents/XhUDXP7A67iHCD2kmbVu
Google Search Central:
Spamrichtlinien für die Google Websuche
https://developers.google.com/search/docs/essentials/spam-policies?hl=de
Google Search Central:
Hilfreiche, vertrauenswürdige, nutzerorientierte Inhalte erstellen
https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/creating-helpful-content?hl=de
Google Search Central:
KI-Funktionen und deine Website
https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features?hl=de
Google Search Central:
Website für generative KI-Funktionen in der Google Suche optimieren
https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/ai-optimization-guide