Reiki gehört zu den bekann­tes­ten ener­ge­ti­schen Ver­fah­ren der kom­ple­men­tä­ren Gesund­heits­ar­beit. Ursprüng­lich in Japan ent­wi­ckelt, hat sich die Methode über Jahr­zehnte auch im deutsch­spra­chi­gen Raum ver­brei­tet und wird heute viel­fach ergän­zend zu ande­ren Ver­fah­ren ange­wen­det. Der fol­gende Über­blick erklärt die Grund­idee, den Ablauf einer Sit­zung und wor­auf Inter­es­sierte ach­ten soll­ten.

Her­kunft und Grund­idee

Die Methode geht auf den japa­ni­schen Leh­rer Mikao Usui zurück, der sie zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts ent­wi­ckelte. Der Name setzt sich aus zwei japa­ni­schen Sil­ben zusam­men: „Rei” steht sinn­ge­mäß für eine geis­tige oder uni­ver­selle Dimen­sion, „Ki” bezeich­net die Lebens­en­er­gie, wie sie in ähn­li­cher Form auch in ande­ren fern­öst­li­chen Kon­zep­ten vor­kommt, etwa als Chi oder Prana.

Der Grund­ge­danke: All­tags­stress, anhal­tende Belas­tun­gen oder innere Unruhe kön­nen nach die­ser Vor­stel­lung das ener­ge­ti­sche Gleich­ge­wicht des Kör­pers stö­ren. Durch das Auf­le­gen oder Hal­ten der Hände über bestimm­ten Kör­per­be­rei­chen soll diese Ener­gie wie­der har­mo­ni­siert wer­den, was die kör­per­ei­ge­nen Regu­la­ti­ons- und Ent­span­nungs­pro­zesse unter­stüt­zen soll. Usui selbst gab sei­nen Schü­lern neben der prak­ti­schen Tech­nik auch ethi­sche Leit­ge­dan­ken zur inne­ren Hal­tung mit, unter ande­rem zu Dank­bar­keit und einem fried­vol­len Umgang mit sich selbst und ande­ren.

Ablauf einer Behand­lung

Zu Beginn einer Sit­zung liegt oder sitzt die behan­delte Per­son ent­spannt, in der Regel beklei­det. Die Reiki-Prak­ti­zie­rende legt die Hände nach­ein­an­der auf ver­schie­dene Kör­per­re­gio­nen, häu­fig begin­nend im Kopf- und Schul­ter­be­reich, anschlie­ßend am Rumpf und an den Extre­mi­tä­ten. Man­che Prak­ti­zie­rende arbei­ten auch mit leich­tem Abstand zum Kör­per, ohne direk­ten Kon­takt.

Wäh­rend der Behand­lung berich­ten viele Kli­en­ten von einem Gefühl von Wärme, einem leich­ten Krib­beln oder tie­fer Ent­span­nung, teil­weise schla­fen sie wäh­rend der Sit­zung ein. Eine voll­stän­dige Behand­lung dau­ert in der Regel zwi­schen 45 und 60 Minu­ten.

Anwen­dungs­be­rei­che

Reiki wird in sehr unter­schied­li­chen Zusam­men­hän­gen ein­ge­setzt, von der rei­nen Ent­span­nung bis zur beglei­ten­den Unter­stüt­zung des Wohl­be­fin­dens. Die fol­gende Über­sicht zeigt typi­sche Ein­satz­fel­der:

Bereich Typi­sches Ziel
Selbst­an­wen­dung im All­tag Stress­ab­bau, För­de­rung des all­ge­mei­nen Wohl­be­fin­dens
Kom­ple­men­täre Beglei­tung Unter­stüt­zung der Selbst­re­gu­la­tion neben einer regu­lä­ren ärzt­li­chen oder heil­prak­ti­schen Betreu­ung
Belas­tungs­si­tua­tio­nen im All­tag För­de­rung der inne­ren Ruhe und der emo­tio­na­len Aus­ge­gli­chen­heit
Pal­lia­tiv- und Hos­piz­be­glei­tung Sanfte, rein ent­span­nende Zuwen­dung und Wohl­fühl­be­glei­tung in sen­si­blen Lebens­pha­sen

Wich­tig ist, dass Reiki in all die­sen Berei­chen als ergän­zende und nicht als erset­zende Maß­nahme ver­stan­den wird.

Gren­zen und wich­tige Hin­weise

Reiki ersetzt keine ärzt­li­che oder heil­prak­ti­sche Dia­gnos­tik und Behand­lung. Bei aku­ten psy­chi­schen Erkran­kun­gen sowie bei schwe­ren orga­ni­schen Beschwer­den ist die Methode als allei­nige Maß­nahme nicht geeig­net.

In der Pra­xis wird gele­gent­lich dis­ku­tiert, ob inten­sive Ent­span­nungs­pro­zesse den all­ge­mei­nen Stoff­wech­sel und somit den Abbau bestimm­ter Stoffe im Kör­per beein­flus­sen kön­nen. Wer sich in einer kom­ple­xen oder eng­ma­schig über­wach­ten medi­zi­ni­schen Behand­lung befin­det, sollte die Inan­spruch­nahme von kom­ple­men­tä­ren Anwen­dun­gen vorab mit dem behan­deln­den Arzt oder Heil­prak­ti­ker abstim­men.

Zu unter­schei­den ist außer­dem zwi­schen Reiki-Anwen­dun­gen im rei­nen Well­ness­be­reich zur Gesund­heits­vor­sorge und einer geziel­ten heil­kund­lich-beglei­ten­den Anwen­dung durch Per­so­nen mit staat­li­cher Erlaub­nis zur Aus­übung der Heil­kunde. Beide For­men ver­fol­gen unter­schied­li­che Ansätze und soll­ten recht­lich nicht gleich­ge­setzt wer­den.

Kos­ten und Behand­lungs­dauer

Wie viele Sit­zun­gen sinn­voll sind, hängt von der indi­vi­du­el­len Aus­gangs­lage sowie von der Aus­rich­tung der prak­ti­zie­ren­den Per­son ab. In der Pra­xis wer­den häu­fig meh­rere Ter­mine im Abstand von weni­gen Tagen bis zu einer Woche emp­foh­len, um den Ent­span­nungs­ef­fekt nach­hal­tig zu fes­ti­gen. Die genauen Kos­ten vari­ie­ren je nach Pra­xis, Region und Umfang der Behand­lung. Eine Nach­frage direkt bei der Pra­xis vor der Behand­lung lohnt sich in jedem Fall.

Häu­fige Fra­gen

Ist Reiki wis­sen­schaft­lich aner­kannt?

Reiki gehört zu den Ver­fah­ren, deren the­ra­peu­ti­sche Wirk­sam­keit bis­lang nicht durch belast­bare wis­sen­schaft­li­che Stu­dien im schul­me­di­zi­ni­schen Sinne belegt ist. Es wird der Kom­ple­men­tär­me­di­zin zuge­ord­net und von Anwen­dern vor allem auf Basis per­sön­li­cher Erfah­rungs­werte der tra­di­tio­nel­len Natur­heil­kunde geschätzt.

Kann Reiki eine ärzt­li­che oder heil­prak­ti­sche Behand­lung erset­zen?

Nein. Reiki ver­steht sich als beglei­tende, nicht als erset­zende Maß­nahme. Bei gesund­heit­li­chen Beschwer­den sollte immer zusätz­lich fach­kun­di­ger medi­zi­ni­scher Rat ein­ge­holt wer­den.

Braucht es eine spe­zi­elle Aus­bil­dung, um Reiki anzu­bie­ten?

Für Reiki selbst gibt es keine gesetz­lich vor­ge­schrie­bene Aus­bil­dung. Wird die Methode jedoch im Rah­men einer geziel­ten Heil­be­hand­lung zur Lin­de­rung oder Hei­lung von Krank­hei­ten ein­ge­setzt, unter­liegt diese Tätig­keit den Vor­ga­ben des Heil­prak­ti­ker­ge­set­zes.

Wie fühlt sich eine Reiki-Behand­lung an?

Die Wahr­neh­mung ist indi­vi­du­ell ver­schie­den. Häu­fig berich­ten Kli­en­ten von wohl­tu­en­der Wärme, einem leich­ten Krib­beln oder tie­fer Ent­span­nung bis hin zum Ein­schla­fen wäh­rend der Sit­zung.

Für wen ist Reiki nicht geeig­net?

Bei schwe­ren psy­chi­schen Kri­sen sowie bei aku­ten orga­nisch beding­ten Erkran­kun­gen ist Reiki als allei­nige Maß­nahme nicht geeig­net. Hier ist immer pri­mär eine fach­ärzt­li­che oder heil­prak­ti­sche Behand­lung erfor­der­lich.

Recht­li­cher Hin­weis: Die­ser Bei­trag dient aus­schließ­lich der all­ge­mei­nen Infor­ma­tion und Auf­klä­rung. Er stellt keine indi­vi­du­elle Heil­be­hand­lung, medi­zi­ni­sche Bera­tung oder Dia­gno­se­stel­lung dar und ersetzt nicht den Besuch bei einem appro­bier­ten Arzt oder einem zuge­las­se­nen Heil­prak­ti­ker. Bei aku­ten gesund­heit­li­chen Beschwer­den wen­den Sie sich bitte umge­hend an den ärzt­li­chen Bereit­schafts­dienst (Tele­fon 116 117) oder in Not­fäl­len an den Ret­tungs­dienst (Not­ruf 112).

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